Arbeitszeugnis - Zeugnis

Ein Arbeitszeugnis enthält Informationen über die Art und die Dauer des Arbeitsverhältnisses oder Ausbildungsverhältnisses, sowie gegebenenfalls über die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers.

 

Der Umfang eines Zeugnisses hängt von der Art des Zeugnisses ab. Es wird unterschieden zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Zeugnis.

 

Das einfache Arbeitszeugnis beinhaltet Informationen über Art und Dauer der Beschäftigung. Das qualifizierte Arbeitszeugnis gibt darüber hinaus Auskunft über die Leistung und das soziale Verhalten des Arbeitnehmers und wird auf Verlangen des Arbeitnehmers in dieser Form ausgestellt. 

 

Zudem ist zu unterscheiden zwischen einem Arbeitszeugnis (nach Beendigung der Tätigkeit oder Ausbildung) und einem Zwischenzeugnis. 

 

In jedem Fall bietet das Arbeitszeugnis oder Zwischenzeugnis dem Arbeitgeber eine Gelegenheit, einem verdienten Mitarbeiter mit einer sehr guten Bewertung ein Hilfe bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit zu helfen, oder bei einem Missverhältnis dem nächsten potentiellen Arbeitgeber diskret auf mögliche Schwächen des Bewerbers hinzuweisen. 

 

Zeugnissprache (Codes)

Es gibt sie wirklich die geheimen Formulierungen und versteckten Hinweise in Zeugnissen. Im ersten Moment liest sich fast jedes Arbeitszeugnis schön, weil es wohlwollend formuliert sein muss. Leider trügt der Schein zuweilen. Anbei immer wieder auftretende Formulierungen, die sich zwar ein den ersten Blick positiv lesen oder verstehen lassen, aber dem kommenden potentiellen Arbeitgeber erhebliche Fehlleistungen mitteilen: 

  • "Er verfügt über Fachwissen und gesundes Selbstvertrauen."
    Bedeutet: Der Mitarbeiter ist arrogant und uneinsichtig.
  • "Er war bei Kunden schnell beliebt."
    Bedeutet: Verhandeln kann der Mitarbeiter nicht.
  • "Er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden."
    Bedeutet: Der Mitarbeiter ist unfähig.
  • "Er zeigte ein gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der Belegschaft."
    Bedeutet: Er flirtete mehr als er arbeitete.
  • "Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei."
    Bedeutet: Er trank (auch) während der Arbeit Alkohol.
  • "Er machte sich mit großem Elan an die ihm übertragenen Aufgaben."
    Bedeutet: Der Mitarbeiter arbeitete chaotisch.
  • "Er war tüchtig und in der Lage, seine Meinung zu vertreten."
    Bedeutet: Er kann keinerlei Kritik vertragen.
  • "Er zeigte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten."
    Bedeutet: Der Mitarbeiter ist frech und hat keine Manieren.
  • "Er war ein umgänglicher und kontaktbereiter Kollege."
    Bedeutet: Keiner der Kollegen konnte ihn leiden.

 

Wegen der versteckten Botschaften und codierten Formulierungen gibt es immer wieder Streit vor den Arbeitsgerichten. Mehr als 10.000 Zeugnisprozessen werden jedes Jahr an deutschen Arbeitsgerichten geführt. Denn gegen verschlüsselte Negativurteile können Sie sich juristisch zur Wehr setzen - sie sind verboten. 

 

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