Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung

 

Viel zu wenige Menschen denken daran, rechtliche Vorsorge für weniger gute Zeiten zu treffen. Dabei sollte sich jeder die Frage stellen, wer im Ernstfall Entscheidungen für ihn treffen soll, wenn er selbst handlungsunfähig ist, und wie dann seine Wünsche und Vorstellungen Beachtung finden können. Wir alle wünschen uns, dass wir nie in eine solche Lage geraten. Sollte es aber tatsächlich einmal so weit kommen, kann der Wert einer gut durchdachten rechtlichen Vorsorge gar nicht hoch genug veranschlagt werden – für den Betroffenen selbst und seine Angehörigen. 

 

 

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung – jeder hat die Begriffe schon ein- mal gehört. Aber was ist darunter genau zu verstehen? Was brauche ich zur Vorsorge in meiner persönlichen Situation, in der ich gerade lebe? 

 

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

 

Damit ermächtigen Sie eine oder mehrere Personen, an Ihrer Stelle für Sie zu handeln, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Sie können in Ihrer Vorsorgevollmacht eine einzige Person mit allen Sie angehenden Entscheidungen betrauen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, einzelne Angelegenheiten, z. B. die Erledigung Ihrer Bankgeschäfte, der einen Person anzuvertrauen, z. B. alle Entscheidungen betreffend Ihre Gesundheit und ärztliche Behandlungen der anderen.

 

Niemand wünscht sich, dass eine fremde Person über ihn entscheidet, wenn er selbst infolge eines Unfalls, einer Krankheit oder im Alter nicht mehr dazu in der Lage ist. Beugen Sie für den Ernstfall vor, dann kann Ihnen das nicht passieren. Es kostet nur wenig Zeit, eine Vorsorgevollmacht zu erstellen.  

 

Frage:  Reicht eine Generalvollmacht nicht aus?

Antwort Rechtsanwalt Andreas Babor:   

 

 

"Nein, die Generalvollmacht ermächtigt zwar „zur Vertretung in allen Angelegenheiten“. Eine solche Vollmacht deckt aber dennoch nicht alle wichtigen Bereiche, die Sie betreffen, ab. Das Gesetz verlangt, dass die Befugnisse zu folgeschweren Maßnahmen, die Ihr Bevollmächtigter für Sie veranlassen soll bzw. muss, in der schriftlichen Vorsorgevollmacht ausdrücklich bezeichnet werden. Eine „Generalvollmacht“ genügt nicht, um den oder die Bevollmächtigten umfassend zu ermächtigen.
 

Letztendlich verspricht eine „General“vollmacht mehr, als sie halten kann. Jeder über 18 Jahre sollte über eine Vorsorgevollmacht verfügen, um zu verhindern, dass das Betreuungsgericht eine Person als Betreuer bestellt, wenn infolge Unfall, Alter oder Krankheit jemand nicht mehr in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen." 

 

 

"Nicht abwarten, bis es irgendwann zu spät ist."


Was ist eine Betreuungsverfügung?

 

Nicht jeder verfügt über eine Person des Vertrauens, die er mit einer Vorsorge- vollmacht ausstatten kann. Aber auch dann stehen Sie im Notfall nicht allein da. Haben Sie keine geeignete Vertrauensperson, stellt Ihnen das Gericht einen (rechtlichen) Betreuer an die Seite. Mit einer Betreuungsverfügung können Sie Einfluss nehmen auf die Auswahl Ihres Betreuers. Aber auch wer schon eine Vorsorgevollmacht hat, sollte zusätzlich noch eine Betreuungsverfügung verfassen. Auch wenn die vorgenannte Vorsorgevollmacht vorliegt, kann es ausnahmsweise passieren, dass das Betreuungsgericht für einzelne Lebensbereiche eine Betreuung einrichtet. 

 

Sie können verbindlich festlegen, wer Ihr Betreuer werden soll, falls Sie nicht mehr selbst entscheiden können. Wenn Sie keine Vorsorgevollmacht haben, wird das Betreuungsgericht aktiv. Es stellt Ihnen zwecks Erledigung Ihrer rechtlichen Angelegenheiten einen Betreuer an die Seite. Bei der Auswahl der Person ist das Gericht grundsätzlich an Ihre Anweisung in der Betreuungsverfügung gebunden.

 

"Schaffen Sie Sicherheit für sich und Ihre Angehörigen"


Was ist eine Patientenverfügung?

 

Eine Patientenverfügung ist eine verbindliche Anweisung für behandelnde Ärzte, Pflegepersonal, Bevollmächtigte und Betreuer, in der Sie bestimmen, welche medizinischen Behandlungen Sie wünschen bzw. nicht wünschen, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind zu entscheiden. Über eine eindeutige Patientenverfügung darf sich niemand hinwegsetzen. Andernfalls macht er sich wegen Körperverletzung strafbar. Eine Patienten- verfügung ist eine nicht notwendige, aber immer sinnvolle Ergänzung der Vorsorgevollmacht.  

 

Eine Patientenverfügung ist nicht zwingend erforderlich, aber nicht nur für ältere und schwer kranke Menschen empfehlenswert. Für Bevollmächtigte und Betreuer ist sie sehr hilfreich, weil sie andernfalls ermitteln müssen, welche Behandlungen Sie wünschen würden, wenn Sie noch in der Lage wären zu entscheiden. Es kommt in diesem Fall auf Ihren mutmaßlichen Willen an. 

 

Bei minderjährigen Kindern an eine Sorgerechtsverfügung denken!

 

Wenn Sie minderjährigen Kindern haben, sollten Sie auf jeden Fall eine Sorgerechtsverfügung verfassen. So können Sie im Falle Ihres Todes festlegen, wer das Sorgerecht für Ihre Kinder bis zu deren Volljährigkeit ausüben soll. Insbesondere für Patchworkfamilien und Alleinerziehende ist es ratsam, eine Vertrauensperson als Vormund zu benennen.  

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